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 |  | NORDRUSSISCHE KOSULI
Kosuli sind Teigfiguren (Renntiere, Pferdchen, Stiere, Böckchen, Vögel oder Kühe) aus süssem würzigem Teig, welcher geschmacklich an die Nürnberger Lebkuchen erinnert. Traditionell wurden Kosuli am Silvesterabend gebacken. Verkleidete Koljadniki (Jecken) kamen ins Haus und sangen Glückwünschlieder, gratulierten den Hausherren zum Jahreswechsel, wünschten ihnen Gesundheit und eine reiche Ernte. Für diese Glückwünsche verlangten Jecken eine Belohnung, aber keine gewöhnliche, sondern unbedingt Kosuli.
Diese Teigfiguren symbolisierten für die nordrussischen Bauern einen Glücksbringer gegen die bösen Kräfte. Jede Bäuerin, welche Kosuli gebacken hatte, behielt unbedingt eine oder zwei Figuren im eigenen Haus, damit das Glück es nicht verließe. |
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 |  | UKHA (FISCHSUPPE)
Im Pomorland gab es naturgemäß eine ganze Menge Fischgerichte, doch das typischste von allen war natürlich die «Ukha», die traditionelle Fischsuppe. Sogar in Krasnoborsk, welches relativ weit von der Küste liegt, kam Fisch sehr oft auf den Tisch der Pomoren. Dies ist durch eine große Zahl Wasserbecken mit Fisch zu erklären. Hier wurde Fisch genauso wie in anderen nordrussischen Gegenden gesalzen, am liebsten die Äsche. Dieser Fisch hat nur wenig Gräte, deswegen wurde er wie Hering gegessen. Der andere «heringähnliche» Fisch in der Region war die Plotze, welche auch gesalzen, gebraten und in der Suppe gekocht wurde. Der zehn Zentimeter lange Gründling wurde gern für die Fischbrühe benutzt – man steckte die kleinen Fischchen in einen Stoffbeutel, kochte sie, nahm den Beutel dann aus der Suppe heraus und legte größere Fische hinein. |
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 |  | SCHSCHI (FLEISCHSUPPE)
Schschi oder Schti wurden im russischen Ofen in einem großen Tontopf gekocht. Man nahm ein Stück Fleisch, tat es in den mit Wasser gefühlten Topf, salzte das Ganze und stellte es in den Ofen hinein. Als das Fleisch gar war, nahm man es aus dem Topf hinaus, schnitt in kleine Stücke, legte in die gemeinsame Essschüssel («Jendowa»), übergoss mit der Fleischbrühe aus dem Topf und die Familie löffelte dieses einfache Gericht. Dazu aß man Zwiebeln, stellte einen Teller mit Salzkartoffeln dazu oder man aß die Fleischsuppe mit kleinen Stückchen Brot oder Croutons, welche man in die Schüssel hinein gab.
Für die meisten Bauernfamilien war die Fleischsuppe ein richtiges Festessen, man kochte häufiger Fasten-Schti ohne Fleisch. Das Interessante dabei ist, dass Kartoffeln bis ins XIX. Jahrhundert nicht in diese Gemüsesuppe hineingehörten. Man kochte Gemüse-Schti aus Rüben, Steckrüben, Brenessel, Melde, Sauerampfer, gab Zwiebeln und Knoblauch dazu. Der Volksmund sagt zu diesem Thema: «Man ist zwar arm, aber eine Zwiebel für Schti ist immer da». Man aß auch gern eine «Goroschnitscha» – eine Erbsensuppe. |
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 |  | IM EIGENEN SAFT GEBACKENER FISCH
Man nahm den Hecht, die Brasse oder den Aland, legte sie auf das Backblech, gab etwas Wasser dazu, salzte, würzte das Gericht mit Zwiebeln und Öl und stellte das Blech in den Ofen. Gebratener Fisch wurde erst mit der Verbreitung des Herdes und des Bratöls im Norden bekannt. Zum Fest kaufte man den Seefisch - den Lachs, den Sterlet, den Kabeljau, den Steinbeißer oder den Heilbutt - welcher wesentlich teuerer war als der Flussfisch. Oft wurde das Einkommen der Familie danach beurteilt, ob man in der Lage war, sich den Seefisch zu leisten. |
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 |  | WILD
Abwechslung auf dem Tisch war natürlich «Borwina» – die vom Hausherrn im Wald geschossenes Wild: das Rebhuhn, der Auerhahn, der Birkhahn oder der Hase. In den Gegenden, wo es viel Wild gab, lebten die Menschen etwas besser. In der Gegend von Cholmogory war es ein traditionelles Wildgericht, die wilden Vögel, zum Beispiel Rebhühner, in einem Topf mit Deckel zu garen. Man nahm die kleinen Vögelstücke, legte sie dicht an dicht in den Topf hinein, salzte und deckte mit dem Deckel ab, damit die Brühe sich nicht verdampfte. Am Ende hatte man eine Suppe und ein Wildgericht, welche man getrennt aß. |
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