Startseite » Tourismus » Wallfahrt-Tourismus » Das Solovetsky Männerkloster der Verklärung Christi
Das Kloster der Verklärung Christi und seine zahlreiche Einsiedeleien befinden sich auf den Solovki-Inseln im Weißen Meer. Die ersten Mönche, die hier 1429 die erste kirchliche Gemeinschaft gründeten, waren hl. German und Sawwati. Die weitere Entwicklung des Klosters wurde vom hl. Sossima angetrieben. Dieser Heilige ließ sich zum ersten Mal an der Stelle nieder, wo sich das heutige Kloster befindet. Das Solovetsky Kloster wurde zu einer Hochburg des orthodoxen Christentums im Norden Russlands, aber auch zu einer Festung an der Grenze des russischen Reiches und zu einer mächtigen Hürde auf dem Weg schwedischer, finnischer und anderer Eroberungszüge.
Seine Blütezeit erreichte das Kloster unter der Führung des Abtes Philipp, der später zu dem Märtyrer-Metropolit (Erzbischof) wurde. In der Zeit von Philipp wurden am Solovetsky See zahlreiche Kanäle gegraben, welche die vielen Süßwasserseen auf den Inseln verbanden und viele majestätischen Klosterbauten errichtet, darunter auch die Kathedrale zu Verklärung Christi. Ende des XVI. Jahrhunderts unter dem Zaren Feodor Ioannovitsch wurden die berühmten Klostermauern erbaut, welche aus meterdicken Felsblöcken zusammengesetzt sind und sehr viele Angriffe unbeschadet überstanden haben. Der letzte Angriff, welchen die Klostermauern abgewehrt haben, war der des britischen Geschwaders im Jahre 1854. Während dieses Angriffs haben die Schiffskugeln die Gebäude des Klosters stark beschädigt, von den Verteidigern des Klosters ist aber niemand zu Schaden gekommen, also musste der Angriff ohne Erfolg beendet werden.
Um die Jahrhundertwende des XIX.- XX. Jahrhunderts wurde das Solovetsky Kloster zu einem russlandweit berühmten Wallfahrtsort, welcher Pilger aus dem gesamten Russischen Reich anzog. Die damalige Klosterwirtschaft kann man als mustergültig bezeichnen. Die Mönche beschäftigten sich mit Fischen, Bein- und Holzschnitzerei und pflegten den Klostergarten. Im Kloster gab es auch eine Ikonenmalwerkstatt. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich waren das elektrische Kraftwerk (eines der ersten im ganzen Land) und die biologische Forschungsstation. In der Sakristei des Klosters bewahrte man Schenkungen und Gaben der russischen Monarchen und anderer berühmter Wohltäter auf.
1920 schließ die erste sowjetische Regierung das Kloster, und 1923 fing sie an, das Kloster in das tragisch berühmte Lager für politische und Strafgefangene SLON zu verwandeln, von Alexander Solschenizyn als «Archipel GULAG» im gleichnamigen Werk verewigt. Dies machte die Solovki zu einer «neuen Golgatha» des russischen Volkes. Unzählige Geistliche, Intellektuelle, Künstler, aber auch einfache Russen haben hier gelitten und ihr Leben gelassen. Ende 1980er Jahre entstand in Russland eine Bewegung, die Inseln wieder zu einem Ort des Gebets und der Andacht zu machen. Um diese Zeit entstand auf den Inseln die seit langem erste orthodoxe Kirchengemeinde und die langsame Wiederherstellung des klösterlichen Lebens fing an. 1992 kehrten auf die Inseln die Reliquien der heiligen Klostergründer zurück.

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