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Der staatliche Naturreservat «Pinega» wurde 1974 am rechten Ufer des Flusses Pinega gegründet und hat eine Gesamtfläche von 51522 Hektar.
Das Ziel der Gründung dieses Naturreservats ist der Schutz und die Erforschung des natürlichen Lebensraumes der nördlichen Taiga, des Karstgebirges und die Beobachtung der geschützten Tier- und Pflanzenarten.
Das Naturreservat befindet sich in der Zone der intensiven Karstentwicklung. Die unterirdischen und die auf der Erdoberfläche liegenden Karstlandschaften dieses Gebiets sind durch ihre Vielfalt und Schönheit gekennzeichnet. Ca. 80 Karsthöhlen befinden sich hier, die Dichte des Höhlennetzes hier ist eine der höchsten auf der Welt.
Die Pflanzenwelt des Reservats ist sehr artenreich. Das erklärt sich durch die kalziumhaltigen Gesteinsarten, welche hier auf der Erdoberfläche liegen. Sie bedingen diese große Artenvielfalt und fördern den Erhalt einer großen Zahl der Reliktarten. Aus den ca. 500 Pflanzenarten befinden sich 5 unter dem Schutz des russischen Staates: der Frauenschuh, die knollige Calypso, das Traunsteiner Knabenkraut, das Ural-Schleierkraut (eine eigene Pinega-Unterart) und der Widerbart (Epipogon Gmel).
Die Tierwelt des Naturreservats Pinega ist typisch für die nördliche Taiga. Doch gleichzeitig vereint das Reservat wegen seiner Lage die Besonderheiten der europäischen und der sibirischen Natur. Neben den europäischen Tierarten, wie etwa die Ringeltaube (Columba palumbus), der Laubsänger (Phylloscopus), die Rötelmaus (Myodes glareolus), die Waldmaus (Mus silvaticus), der Grasfrosch (Rana temporaria) leben hier auch die sibirischen Tierarten, wie etwa der Hopfkuckuck (Cuculus saturatus), der Burunduk (Eutamias sibiricus), die rote Wühlmaus (Arvicolidae), der Waldlemming (Myopus schisticolor) und der sibirische Winkelzahnmolch (Hynobiidus sibiricus).
Im Naturreservat Pinega sind ca. 189 Vogelarten beschrieben, 22 Arten davon überwintern im Reservat. Das sind einige Eulenarten, wie etwa der Bartkauz (Strix nebulosa), der Habichtskauz (Strix uralensis), die Sperbereule (Surnia ulula), der Raufußkauz (Aegolius funereus). Im Reservat überwintern auch einige Raufußhuhn-Arten wie etwa der Auerhahn (Tetrao urogallus), das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das Birkhuhn (Tetrao) sowie einige Specht-Arten wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius), Großer Buntspecht (Dendrocopos major) und der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus). Außerdem überwintern im Park der Unglückshäher (Perisoreus infaustus), der Eichelhäher (Garrulus glandarius), der Kolkrabe (Corvus corax), die Wasseramsel (Cinclus cinclus) und verschiedene Meisen-Arten: die Weidenmeise (Parus montanus), die Lapplandmeise (Parus cinctus). Von den Vogelarten, welche in die Rote Liste Russlands eingetragen sind, nisten hier folgende: der Fischadler (Pandion haliaetus), während der Herbst- und Frühlingsmigration auch der Steingeier (Haliaeetus albicilla) und der Goldadler (Aquila chrysaetus). Jährlich ist im Reservat auch der Kranich (Grus grus) zu beobachten. Dieser vorsichtige Vogel nistet in den großen Sümpfen im Westen des Reservats.
Das größte unter den Raubtieren ist der Braunbär (Ursus arctos), welcher die gesamte Fläche des Reservats bewohnt. Die Größe der Population beträgt ca. 15-20 Exemplare. Im Naturreservat leben auch 5-7 Luchse, Wölfe bilden allerdings keine größeren Rudel. Von den Huftieren ist hier der Elch vorzufinden.
Auf dem gesamten Reservatsgebiet entwickelt sich der Wasser-, Extrem- und Ökotourismus. Zur Verfügung der Gäste steht die moderne Hotelanlage «Golubino», welche gleichzeitig 110 Gäste empfangen kann und das Wintersportzentrum. Es werden Rafting-Touren die Pinega hinunter und Exkursionen in die Karsthöhlen angeboten. Allen Abenteuerlustigen wird eine ganz besondere Attraktion zuteil - der winterliche Ausflug in die Tundra mit einer Übernachtung in der Renntierzucht-Nomadensiedlung der Nenez (die Eingeborenen-Stämme).

Zur offiziellen Homepage des Naturreservats «Pinega»

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