Startseite » Touristenrouten » Das staatliche Museum der Holzarchitektur und Volkskunst «Malye Korely» in Archangelsk
Das Besondere an dem Museum ist, dass das das erste Freilichtmuseum Russlands gewesen ist. Seine Zusammensetzung wurde auf der Grundlage der kunsthistorischen und der landeskundlichen Studien vorgenommen. Die Auswahl der ausgestellten Denkmäler der Architektur und deren Platzierung im Museum wurde auf der wissenschaftlichen Grundlage getroffen.
Die wichtigste Aufgabe des Freilichtmuseums ist es, die einzigartigen Kreationen der Volksarchitektur für die Nachwelt zu bewahren, aber auch das Leben und den Alltag eines nordrussischen Dorfes aus der Vergangenheit dem modernen Menschen nahe zu bringen.
Das Freilichtmuseum liegt am malerischen Ufer der Nord-Dwina 25 km von Archangelsk und hat seine Pforten für Besucher seit 1973 offen.
Auf einer Fläche von 140 Hektar sind mehr als 100 Holzbauten aus den XVII. – XX. Jahrhundert versammelt worden. Diese Bauten sind sowohl Sakral-, als auch Wohn- und Nutzbauten. Hoch in den Himmel ragen die Zwiebelkuppeln der alten Holzkirchen und der Glockentürme, weit in alle Himmelsrichtungen strecken sich die Flügel der Holzwindmühlen, stolz schmücken hölzerne Pferde und Sonnen die Vordächer der Wohnhäuser und der Nutzbauten, stumme Zeugen des vergangenen Lebens des Russischen Nordens.
Die Museumsexposition ist nach dem Sektoren-Prinzip aufgebaut. Einzelne Sektoren stellen verkleinerte Modelle besonders regionaltypischen Arten von Siedlungen und Dörfern, mit ihrer charakteristischen Raumplanung und der vollständigen Anzahl der üblicherweise vorhandenen Gebäude. Jeder Sektor stellt ein Fragment eines nordrussischen Dorfes dar, wo nicht nur die Häuser selbst, sondern deren räumliches Verhältnis zueinander eine wichtige Rolle spielt. Die sechs Sektoren des Freilichtmuseums sollen die für die größten Flussebenen der Region Archangelsk typischen Bauernsiedlungen repräsentieren:
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 |  | Im Sektor Kargopol-Onega, mit welchem man den Museumsrundgang beginnt, ist die Raumverteilung eines echten Dorfes (Dorf Kuschereka) nachempfunden. Alle Bauernhäuser gruppieren sich um den Kirchplatz, auf welchem die Wosnesensky Kirche (Baujahr 1669) mit dem Glockenturm steht. Das Zentrum jedes Bauernanwesens bildete im Russischen Norden das Haus. Wegen des harschen Klimas vereinte das Bauernhaus unter einem Dach Wohn- und Wirtschaftsräume und stand auf einem hohen Vorbau (Podklet), welcher im Grunde einen nicht bewohnten Erdgeschoss für die Lagerräume und seltener für die Überwinterung von Vieh darstellte. |
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 |  | Im Sektor Mesen wird die Holzarchitektur des Nordostens der Region repräsentiert. Die Dörfer dort lagen meistens auf hohen steilen Flussufern. Um die Ufern zu befestigen, baute man eine Art Kai aus Holz, indem man in den Ufer hinein Holzbalken einbaute und diese mit einer Art Dach abdeckte. Auf diesen Holz-Kais baute man Lagerhäuser für Getreide und Kühlhäuser, nahe dem Wasser errichtete man Saunahäuser. Die am meisten verbreitete Hausform an der Mesen war das Haus mit einem Zeltdach, in welchem eine längliche Innenwand die Querwand des Hauses trennt und das Innere des Hauses in vier Bereiche aufteilt. Der wichtigste Blickfang dieser Häuser war die Außentreppe, verziert mit dekorativer Holzschnitzerei, welche das Ornament der Fensterladen und des Dachbrettes wiederholte. |
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 |  | Im Sektor Pinega wird die Holzarchitektur des Flussraumes der Pinega repräsentiert, des größten Nebenflusses der Nord-Dwina. Hier stehen die Häuser in einer Reihe mit der Vorderwand der Sonne entgegen. Vor den Häusern oder etwas abseits steht eine kleine Stadt aus Getreidelagerhäusern, welche auf hohen Balken wie auf Stelzen stehen, was Schutz gegen Nagetiere bieten sollte, und aus Saunahäusern.
Zwischen dem Mesen und Pinega-Sektor steht ein kleines Dorf aus Wohnhäusern, Lagerhäusern und einem «Storch-Brunnen» (der Brunnen mit einem Schwingbaum). Dies ist die Saison-Siedlung Khornemskoe vom dem oberen Flusslauf der Pinega. Man wohnte dort nur im Sommer während des Heuschlages oder während man Holz fällte. |
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 |  | Der größte und der architektonisch interessanteste Sektor ist der Dwina-Sektor. Hier sind Architektur-Denkmaäler aus dem gesamten riesigen Dwinaland versammelt. Auf dem Zentralplatz steht die St.Georg-Kirche (XVII. Jh) aus dem Dorf Werschina, Bezirk Werkhnetoemsky. Im Inneren der Kirche ist die barocke Ikonenwand restauriert worden. Um die Kirche herum befinden sich Bauernhäuser der Bauern unterschiedlicher Besitzklassen. |
Einen wunderschönen und ungewöhnlichen Anblick bieten die Holzwindmühlen des Museums. Insgesamt schmücken sieben dieser Mühlen das Museum. Es sind unterschiedliche Formen und Konstruktionen der Windmühlen repräsentiert.
Der besondere Stolz des Museums ist die Kollektion der Kirchenglocken und die ungewöhnliche Ausstellung «Das nördliche Glockengeläut». 1975 belebte das Freilichtmuseum die fast in Vergessenheit geratene Kunst des Glockenläutens wieder. Dieses im ganzen Museum hörbare Klang bringt einen besonderen Reiz in die Feste der Volkskultur, welche im Museum stattfinden. Dieses Glockengeläut verbindet sich dann harmonisch mit der bunten Volkstracht und mit dem fröhlichen Klingeln der Pferdeglocken zu einem unvergesslichen Ganzen.
Jährlich wird das Museum von mehr als 100 000 Menschen besucht. Hier wird die Reihenfolge der traditionellen Volksfeste eingehalten und werden Feste der Folklore gefeiert. Besucher können an den altertümlichen Spielen und Zeitvertrieb teilnehmen, eine abenteuerliche Fahrt mit einem Traber-Pferdeschlitten erleben und traditionelle Kuchen Schangi und Pfannkuchen mit heißem Tee kosten. Und dies alles findet vor der atemberaubend schöner Kulisse der uralten Holzdenkmäler und der nördlichen Natur statt.
Das Freilichtmuseum Malye Korely ist Mitglied des Europäischen Verbandes der Freilichtmuseen. 1996 wurde es vom Präsidenten der Russischen Föderation zur Liste der besonders wertvollen Objekte des Kulturerbes der Völker Russlands hinzugefügt.
 |  | Region Archangelsk, Bezirk Primorsky, Dorf Malye Karely |  | +7 (8182) 25 82 87 |  | korely@atnet.ru |  | Öffnungszeiten: 10:00-17:00 (mit 01.02 nach 31.05) 10:00-19:00 (mit 01.06 nach 30.08) 10:00-16:00 (mit 01.09 nach 31.01) |
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