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Heutzutage prägt die Nähe zu den industriellen Entwicklungszentren Russlands und zu Skandinavien die Dynamik der Außenhandelsbeziehungen der Region Archangelsk. Die gegenseitig vorteilhafte Partnerschaft mit den Nachbarn in der Barenz Region wird fortgesetzt, es weiten sich wirtschaftliche, kulturelle und touristische Kontakte zu den EU-Ländern und den USA.
Region Archangelsk ist durch die stabile Anbindung, eine entwickelte Infrastruktur, gute Perspektiven für die Entwicklung unterschiedlicher Wirtschaftszweige und eine ruhige geopolitische Lage besonders attraktiv.
Die neuen Investitionen hängen oft von der Qualität des Außenhandels ab. Die Wirtschaft der Region Archangelsk ist traditionell auf den Export ausgerichtet. Der größte Teil der regionalen Produktion wird exportiert. Im Laufe von 2004 waren es 288 eingetragene Betriebe, welche auf Außenhandel orientiert waren. Die Produktion mit dem Zeichen «Made in Archangelsk» ist seit langem ein bekanntes Markenzeichen auf den Weltmärkten. 2004 wuchs das Außenhandelsvolumen der Region um 15% im Vergleich mit 2003 und erreichte die Gesamtumsatzsumme von 968,8 Mio USD.
Die momentan am meisten verbreitete Form der Investitionen in die Region ist die Erschaffung der gemeinsamen Betriebe. In der Region funktionieren insgesamt 119 Betriebe mit Anteilen ausländischen Kapitals und 28 Betriebe, welche sich komplett im ausländischen Besitz befinden. Die wichtigsten Tätigkeitsbereiche dieser Betriebe sind Holzaufbereitung und Holzverarbeitung, Logistik, Einzelhandel, internationale Speditionen, Metallverarbeitung, Fisch- und Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion.
Unter den erfolgreichsten gemeinsamen Betrieben mit der Beteiligung der EU-Länder kann man die deutsch-russische Firma «Dammers», die russisch-dänische Fa. «Schalakuscha Wood Processing Industry», die Filiale der dänischen Fa. «DLH Nordisk» und norwegisch-russischer Betrieb «Schiffswerft Solombala».
Als ein gutes Beispiel der langjährigen erfolgreichen Partnerschaft der russischen und ausländischen Ölgesellschaften kann man mit Fug und Recht die Fa. «Northern Light Company» nennen. Dieser Betrieb wurde 1992 von der amerikanischen «Conoco» Corporation und der russischen Gesellschaft «Archangelskgeologia» gegründet. Die Investitionen von «Conoco» in die industrielle Ölgewinnung an der Ardalinsky Ölquelle, wo im August 1994 das erste Öl gewonnen wurde, sind die größten Investitionen in die gemeinsamen Betriebe der gesamten russischen Ölbranche. Die finanzielle Unterstützung dieses Projekts übernahmen nicht nur die Korporation für ausländische Privatinvestitionen, sondern auch durch European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) und die World Bank.
In der Region Archangelsk setzt erfolgreich die transnationale Korporation «Hulliburton International» ihre Arbeit fort. Diese Korporation beschäftigt sich mit der technischen Einrichtung der Ölquellen im Nenez-Autonomkreis und arbeitet aktiv mit den Konversionsbetrieben des Staatlichen russischen Zentrums des Atomschiffsbaus zusammen, unter anderem sind damit Sewerodwinsker Betriebe «Sewmasch» und «Swesdotschka» gemeint. Die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Betrieben und den größten norwegischen Öl- und Gasgewinnungsgesellschaften «Statoil» und «Hydro».
Im Schiffsbau haben die Sewerodwinsker Betriebe «Sewmasch» und «Swesdotschka» feste Kontakte mit ausländischen Partnern – den großen niederländischen Firmen «Mammuth» und «Damen» sowie mit den norwegischen Konzernen «Aker Quarner» und «Chimec».
Region Archangelsk arbeitet traditionell mit EU-Ländern auf dem Gebiet der See- und Cargotransporte zusammen. Der Seehandelshafen Archangelsk und die Seereederei Nord unterhalten seit Jahren Geschäftsverbindungen zu den Branchenkollegen in Hamburg, Bremen, Le Havre, Antwerpen, Hulle und Rotterdam.
Aussichtsreich sind für die Region Projekte, welche die Nutzung der alternativen Energien vorantreiben. Region Archangelsk ist neben der Region Kaliningrad und Asrakhan von der russischen Regierung zu der Pilotregion für die effektivere Stromversorgung ernannt worden. Region Archangelsk nimmt am Dialog «Russland-EU» auf dem Feld der Energieversorgung teil und arbeitet aktiv mit den Betrieben Schwedens und Norwegens zusammen, welche alternative Energien aus Torf und Biomasse besonders für kleinere Abnehmer gewinnen.
Als Beispiele der erfolgreichen Zusammenarbeit der Region Archangelsk mit den Kreditinstituten der Welt ist die Finanzierung des Projektes für die sparsame Energienutzung in der Stadt Archangelsk durch die World Bank, welche insgesamt mehr als 6 Mio USD bereitstellte. Auch das Übereinkommen mit der European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) und der Umweltstiftung «North Dimension» der EU über die Bereitstellung von 19 Mio EUR für die Rekonstruktion der Wasserwerke in Archangelsk ist als ein Erfolgsprojekt der Region zu nennen. Darüber hinaus bekam die Region weitere Kredite von der EBRD: 90 Mio USD für die industrielle Ölgewinnung aus der Ardalinsky Ölquelle durch «Northern Light» GmbH und 500 000 EUR für «Teplitschnoe» AG.
Dank der finanziellen Unterstützung des norwegischen Staates und des Barenz-Programms sind schon viele Studenten aus Archangelsk in den Genuss einer Ausbildung in Norwegen und Schweden gekommen. Man bildet dort Fachleute für künftige Betriebe mit den ausländischen Investitionen aus und bereitet damit die zukünftige Entwicklung der regionalen Wirtschaft vor. Es wird auch Erfahrung auf dem Consulting-Markt in den westlichen Ländern gesammelt.
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