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In der Zeit der slawischen Kolonisierung (IX. – XV. Jahrhundert) war die Gegend, wo der heutige Bezirk Ustjany liegt, das Herz des Sawolotschje, so nannten die alten Russen das Land im Dreieck der Flüsse Waga, Nord-Dwina und Sukhona. Die Gegend war von den Stämmen mit dem Sammlenamen Tschud kolonisiert und bevölkert. Zu Tschud zählten solche Stämme wie Wes’, Jem’, Syrjane, Udmurten, Merja und Korela. Das Land der Tschud wurde zum ersten Mal in der Chronik des berühmten altrussischen Mönches und Chronisten Nestor erwähnt. Der Bund der Stämme, welche von Russen Tschud genannt wurde, beherrschte die Kunst der Bronzeschmelzung. Das Zeugnis dafür sind die wunderschönen Muster des mittelalterlichen Bronzeschmucks (Anhänger mit figuren der Enten, Pferde, Lämmer, Heftnadeln) und des Nähzubehörs.
Ende des XII. – Anfang des XIV. Jahrhunderts wurde Ustjaner Land zum Ujezd (altrus. Bezirk) Ustjug hinzugefügt und wurde somit Teil des altrussischen Füsrtentums Rostow. Ende des XIV. Jahrhunderts fingen die Nowgoroder an, die Ländereien entlang des Flusses Kokschenga zu erobern, und in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts befanden sich alle zu Rostow gehörende Ländereien im Flusslauf der Waga im Besitz des Fürstentums Nowgorod. Doch bald geriet das Sawolotschje in den Blick der Moskowiter. 1471 wurden alle strittigen Ländereien entlang der Ustja, und 1478 auch alle Ländereien im gesamten Flussgebiet der Waga Teil des Fürstentums Moskau.
Der Fluss Ustja sowie der Fluss Waga mit der Gesamtlänge von einigen Hundert Kilometern war Teil des Bulgaro-Wepsky Handelsweges. Darüber hinaus hatte Ustja eine wichtige strategische Bedeutung: fast alle Kriegsrouten der Moskauer Heere führten über die Sukhona in die Nord-Dwina und dann in die Ustja und Kokschenga. Die Ustja war der Hauptverbindungsweg zwischen den Siedlungen und der äußeren Welt – sie überquerte Sawolotschje in seiner gesamten Länge von Osten nach Westen.
In der ersten hälfte des XVII. Jahrhunderts entflammten wegen der unerträglich hohen Steuern immer wieder Bauernaufstände, in dieser Zeit wurde an der Ustja ein eigenständiges Bezirk gebildet. 1708 nach dem Erlaß Peters des Großen wurde Ustjany mit der Waga Teil des neu gebildeten Gouvernements Archangelsk mit insgesamt 18 Bezirken. In unterschiedlichen Epochen der Geschichte gehörte Ustjany mal zu Waga, mal zu Welsk. Die «Nachrichten von Wologda» («Wologodskie Wedomosti») aus dem Jahr 1853 nennen innerhalb von Ustjany nur zwei Gemeinden, 1900 werden schon 8 gezählt.
Das Aussehen des Bezirkes veränderte sich besonders stark im Zuge der Oktober-Revolution der Sowjets. 1929 wurde offiziell Bezirk Ustjansky gegründet.
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