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Solvytschegodsk, oder wie es im Altertum genannt wurde, Sol-Wytschagoskaja bzw. Ussolje Wytschegodskoe (dt. «Salz aus Wytschegda»), ist eine alte nordrussische Stadt, welche sich im Bezirk Kotlas der Region Archangelsk befindet und am Ufer des Flusses Wytschegda, eines Nebenflusses der Nord-Dwina, liegt. Solvytschegodsk wurde im späten XV. Jahrhundert von den Angehörigen der altrussischen Fürstentümer Susdal und Nowgorod gegründet. Die erste Erwähnung der Stadt in einer altrussischen Chronik wird von 1492 datiert. Als eine Stadt nahm Solvytschegodsk aber erst Mitte des XVI. Jahrhunderts Gestalt an. Als eine Stadt auf dem Weg nach Sibirien, erlebte sie einen raschen Aufschwung. Eine günstige Lage entlang einer belebten Wasserverkehrsroute und der sich schnell entwickelnde Salinenbetrieb waren Faktoren, die zu diesem raschen Aufschwung beitrugen. Im späten XVI. – frühen XVII. Jahrhundert wurde Solvytschegodsk zu einem großen Zentrum des Salzsiedens, der Handwerke und des Handels sowie zur Residenz der berühmten Adelsfamilie Stroganoff.
Im XVII. – XIX. Jahrhundert entwickelte sich Solvytschegodsk zu einem bekannten Zentrum der Kunsthandwerke: der Nadelmalerei auf den Kirchentextilien, Ziselieren, Filigranarbeiten, der «Stroganoff Schule» der Ikonenmalerei, einer eigenen Schule der Schmuckemaille, die sog. «Ussolskaja Emaille» und der Bücherherstellung. Mit dem Namen der Stroganoff-Familie ist die Errichtung der ersten Steinkirchen in Solvytschegodsk verbunden. Die älteste davon – Blagoweschensky Kathedrale – ist ein besonders wertvolles Denkmal der nordrussischen Steinarchitektur des XVI. Jahrhunderts. Ein weiteres nicht weniger bedeutendes Bauobjekt der Stroganoffs ist die Kathedrale des Wwedensky Klosters – ein Glanzbeispiel des russischen Barocks des XVII. Jahrhunderts. Diese beiden Kathedralen wurden früher mit unterschiedlichen Wertschätzen geschmückt – mit kunstvoll gemalten Ikonen in silbernen Rahmen, mit goldbestickten Stoffdecken, kostbaren Messgegenständen, handgeschriebenen und gedruckten Büchern.
Neben der Blagoweschensky Kathedrale befindet sich der Schemtschuschnoe See (dt. «der Perlensee»), wo die Stroganoffs der Legende nach Perlen für die Ikonenverzierung züchteten.
Im XVI. – XVII. Jahrhundert wurde Sol-Wytschegodskaja zu einem der großen Zentren der Salzgewinnung im Russischen Norden. Man zählte dort bis zu 90 Salinen, welche jährlich bis zu 700 000 Pud (ein altrussischer Pud zählt 16 Kilo) Salz produzierten.
1708 wurde Solvytschegodsk dem Gouvernement Archangelsk unterstellt.
Im XIX. Jahrhundert wurde Solvytschegodsk zu einem Ort der politischen Verbannung. Viele Mitglieder der Revolutionsbewegungen des Zarenrusslands des XIX. – Frühen XX. Jahrhunderts wurden hierher verbannt. 1911 fristete hier Josef Stalin seine Verbannungstage, sein Wohnhaus ist ein beliebtes Exkursions-Objekt.
1919 wurde in der Blagoweschensky Kathedrale das historische und Kunstmuseum eröffnet worden, in der Sammlung dieses Museums befinden sich wertvolle Kunstwerke des Solvytschegodsker Landes.
Seit 1923 erlebte Solvytschegodsk eine Wiedergeburt als ein Kurort. Dank der Mineralquellen und der Heilschlammquellen, die sich in der Umgebung befinden, konnte das balneotherapeutisches Sanatorium von Solvytschagodsk eingerichtet werden, welches den Ruhm einer der besten Heilanstalten des Russischen Nordens genießt.
Heute ist Solvytschegodsk als ein balneotherapeutischer Kurort bekannt. Interessant sind auch die Denkmäler der russischen Weißmauer-Architektur des XVI.-XVII. Jahrhunderts und das wunderbare Stadtmuseum, welches über einmalige Ikonenmalerei-Sammlung der «Stroganoff-Schule» sowie über große Kollektionen der Gegenstände aus Silber und Goldstickerei verfügt.
In der Stadt sind mehr als 40 Denkmäler der Weißmauer-Architektur erhalten geblieben. Die bekanntesten davon sind die Blagoweschensky Kathedrale, welche Familienkirche der Adelsfamilie von Stroganoff war und welche ein besonders wertvolles Architektur-Denkmal mit Freskos aus dem XVI. Jahrhundert darstellt sowie die Wwedensky Klosterkathedrale – ein glänzendes Beispiel des russischen Barock aus dem XVII. Jahrhundert mit einer grandiosen Ikonenwand mit sieben Reihen Ikonen der «Stroganoff-Schule».
Das moderne Solvytschegodsk ist Heimat der in ganz Russland bekannten und beliebten Literaturfigur - Kosma Prutkow. Zu seinen Ehren wird in Solvytschegodsk jährlich das Humorfestival veranstaltet und die Kirmes-Tradition wiederbelebt.
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