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Das historische Foto der Siedlung Pinega, Bezirk Pinega.
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Die menschliche Besiedung von Pinega liegt weit in der Vergangenheit zurück. Am Fluss Jawronga, dem Nebenarm von Jula, welche ihrerseits in die Pinega mündet, fanden die Archäologen eine mesolithische Siedlung, welche auf das IX.-VII. Jahrhundert v. Chr. datiert wird. Das alte Pinegaland bewohnten Stämme, welche aus dem Süden, aus dem Zweistromland der Flüsse Wolga und Oka, gekommen waren. Sie hatten einen Sammelnamen - Tschud Beloglasaja (dt. Tschud die Weißäugige), was kein einfacher Kosename oder Spottname gewesen ist. Der Legende nach sollen diese Menschen eine natürliche Besonderheit gehabt haben - die Iris ihrer Augen soll sehr hell, fast weiß gewesen sein. Durch diese ungewöhnliche Augenfarbe sollen sie ihren Namen bekommen haben. Der Volksmund sagt, Tschud-Jäger waren so geschickt, dass sie das Auge von einem Eichhörnchen trafen, um das Fell nicht zu beschädigen. Die Gerüchte über die märchenhafte Fülle an Fisch und Pelztieren der «Mitternachtsländer» (wie man damals den Norden nannte) lockten Jäger und Händler aus Nowgorod an die Ufern der Pinega.

Es war sehr schwer für die ersten russischen Siedler, den Weg nach Pinegaland zu finden: dichte Urwälder, Sümpfe und viele Flüsse versperrten ihnen den Weg. «Der Weg ist unpassierbar durch die Schuchten, Schnee und Wald», sagt die alte Chronik von Nestor. Ungeachtet dessen kamen schon im XI. Jahrhundert Menschen aus dem altrussischen Fürstentum Nowgorod an die Pinega. Doch die Besieldung dieses Landes dauerte viele Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte. Es gibt zwar keine historischen Beweise dafür, doch es sind Erzählungen überliefert worden, dass die legendenumwobene Stämme von Tschud der Weißäugigen, welche diese Gegend bevölkert haben sollen, einen starken Widerstand gegen die russische Besiedlung leisteten. Heute noch findet man bei Ausgrabungen unweit der Siedlung Pinega und der Dörfer Nemnjuga, Kewrola, Ssura Pfeilspitzen, Speere und Streitäxte. Man glaubt, dass die Nowgoroder in der Mündung der Pinega ihren Weg eingeschlagen, aber nicht bis zu Oberlauf des Flusses durchgekommen sind. Tschud lebte um die Nebenflüsse von Pinega Wya und Pineschka weiter und vermischte sich im Laufe der Zeit mit den Russen aus Moskau, welche zur Pinega vom Süden vordrangen.

Im XII. Jahrhundert (1137) werden im Ustaw (Gesetz) des Fürsten von Nowgorod Swjatoslaw Olgowitsch Kewrol und Pinega als seine Besitztümer aufgezählt. Also war Pinega 1137 im Mittellauf und Unterlauf von Fürstentum Nowgorod verwaltet worden und wurde von Nowgoroder Russen besiedelt.

Im XV. Jahrhundert gab Nowgorod seine Verwaltungsrechte über Pinegaland an Moskau ab. Aber der Wojwod (Verwalter) von Pinega hatte seine Macht nicht sofort an Moskau abgegeben. Der Legende nach fanden in der Gegend der Stadt Kewrol ziemlich erbitterte Kämpfe statt, die Nowgoroder wurden geschlagen und das Pinegaland wurde zum Teil des Russischen Reiches. Die Bevölkerung von Pinega wurde zum «schwarzen Bauerntum», welches dem Staat einen Obrok (Geldabgabe für die Nutzung des Ackerlandes) zahlen musste. Dies beseitigte die Herrschaft der Bojaren und der großen Landesbesitzer und begründete die alte Freiheitsliebe der Bewohner der Pinega.

1616 wurde Ujezd (altrus.:Bezirk) Kewrola gegründet, welches die gesamte Fläche des Flusslaufes der Pinega samt ihrer Nebenflüsse umfasste. Das Zentrum des Ujezd war Stadt Kewrol. sie befand sich ungefähr auf der Höhe des heutigen Dorfes Nemnjuga, am hohen Flussufer der Pinega gelegen. Nach und nach grub das Frühlingswasser einen neuen Flusslauf der Pinega in die Erde hinein, und so kam es dazu, dass Kewrol irgendwann abseits der wichtigsten Verkehrsrouten lag. Dies führte dazu, dass die Hauptstadt des Pinegalandes verlegt wurde. Mit dem Ukas (Erlass) Katharinas der Grossen von 1780 wurde die Stadt Pinega Hauptstadt des Ujezd Pinega. Im Zarenrussland wurde Pinegaland zum Verbannungsort für die Personen, die sich mit dem Regime überworfen hatten. So verbrachte hier seine letzten Lebensjahre Fürst Wassili Golizyn, Favorit der Prinzessin Sofia, der Schwester Peters des Großen, die gegen ihren Bruder zu putschen versuchte. Auch bekannte Revolutionäre, später Staatsmänner und Schriftsteller der Sowjetzeit, wie etwa Kliment Woroschilow, A. Rykow u.a. mussten hier ihre Verbannungszeit fristen.

1929 bei der Aufteilung des ehemaligen Gouvernements teilte man das Pinegaland in zwei Bezirke – Kargopol und Pinega. 1959 wurden die beiden Teilbezirke wieder vereint, ihre Hauptstadt wurde Siedlung Karpogory.

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