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Die Iljinsky Kirche im Dorf Tawrenga, Region Archangelsk.
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Das Land, wo heute Bezirk Konoscha liegt, wurde ursprünglich von den finnisch-ugrischen Stämmen bevölkert. Der Beweis dafür sind die nicht-slawischen Namen der Flüsse und Wasserquellen, welche bis heute bestehen: Konoscha, Tawrenga, Wokhtoma etc. die Slawen hatten angefangen, dieses Land erst im späten I. Jahrtausend v. Chr zu besiedeln. Sie kamen dorthin nicht nur der üppigen Pelze wegen oder um das neue Land zu besetzen, sondern auch um sich vor den Tataren, vor den Verfolgungen während der Bauernaufstände oder vom Kirchenschisma zu retten.

Die Zarenregierung erwählte den Norden zu einem Verbannungsort. Der künftige Bezirk Konoscha war auch keine Ausnahme. Die Legende erzählt, dass der Tataren-Khan Schirwan-Khan wurde hierher vom Iwan dem Schrecklichen verbannt, nachdem er Kasan eroberte und zum Teil des Russischen Reiches machte. Heute noch heißt die Siedlung, in welcher der Khan mit deinem Gefolge und Bewachung gehaust haben soll, Schirykhanowo. Dort, wo die Bewachungseinheiten der Streletz (altrussische Militärgattung, Bogenschützen) stationiert wurden, sind später Dörfer entstanden, unter anderem Khmelewoe, welches ihren Namen (Khmel ist auf Russisch Hopfen) deswegen bekam, weil die Streletz dort Hopfen angebaut haben sollen.

Um die Jahrhundertwende des XIX.-XX. Jahrhunderts wurde die Fläche des heutigen Bezirkes Konoscha auf drei damalige Gouvernements verteilt: Olonezky (der nordwestliche Teil), Wologda (der südöstliche Teil) und Nowgorod (der südwestliche Teil). Keines von den Teilen des heutigen Bezirkes gehörte zu Archangelsk. Jede Gebietsstadt lag damals mehr als Hundert Kilometer von Konoscha entfernt, deswegen besuchten die meisten Menschen sie deswegen so gut wie nie, genauso wenig wie die Hauptstädte der Gouvernements. Um Konoscha herum gab es keine großen Handelsdörfer, deshalb kauften die Bauern das Notwendigste von den Wanderkaufleuten. Die Kirmes gab es nur in Wokhtoma, sie fand Ende Januar statt und nannte sich Afanasjewsky-Kirmes.

Die große Entfernung von den Hauptstädten der Gouvernements diente den Ethnographen als Anlass, dieses Randgebiet der drei Gouvernements als einen Ort zu verspotten, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Dies änderte sich jedoch, als mehr als vor hundert Jahren auf der geographischen Karte des Russischen Reiches ein neuer Punkt entstand – die Eisenbahnstation Konoscha. Der Namensgeber für die Station war ein kleiner Fluss, welcher unweit der neu erbauten Bahnstrecke Wologda - Archangelsk durch die Landschaft floss. Seinerseits bekam der Fluss seinen Namen von den legendären Stämmen von Tschud der Weißäugigen, welche dort gehaust haben sollen. Bevor die Eisenbahnstrecke dort gebaut wurde, stand an der Stelle von Konoscha der urige Taiga-Wald, und an der Stelle der Siedlung Konoscha war ein Sumpf.

Die Siedlung und die Straße dazu wurden zum größten Teil von den Bauern der Gegend errichtet. Die Hauptwerkzeuge waren dabei der Spaten, der Schubkarren und der Pferdewagen, deswegen übersetzten die Menschen den Namen Konoscha als «Kon'» (das Pferd) und «Noscha» (die Last).

1898 die Eisenbahnstation Konoscha zu Ende gebaut. Die historischen Quellen nennen den 22. Oktober 1898 als den Tag, wo der ständige Zugverkehr eröffnet und die Bahnstation Konoscha in Betrieb genommen wurde. Diesen Tag kann man als den Geburtstag von Konoscha bezeichnen.

Das offizielle Gründungsdatum des Bezirk Konoscha ist 1935. In dem Jahr wurden die Ortschaften, welche tief in der Geschichte verankert sind, um die neu gebaute Siedlung zusammengeschlossen. Die Folge davon war es, dass man in Konoscha von der traditionellen ländlichen Kultur Abstand nahm und sich der städtischen Kultur mehr zuwandte.

Das Konoschaland ist Heimat des großen russischen Wissenschaftlers und des Staatsmannes, Doktors der Geowissenschaften und des Akademiker der Russischen Akademie der Wissenschaften Nikolai P. Lawerow. 1964 – 1965 fristete hier seine Verbannungszeit der berühmte russische Dichter und der Nobelpreisträger Josef Brodsky. Eineinhalb Jahre der Trennung vom gewohnten Umfeld und Lebensstil beschrieb der Dichter als «eine der besten Zeiten in meinem Leben».

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